Die vorproduzierten Einzelteile müssen „garniert“ (zusammengesetzt) und „verputzt“ (Nähte beseitigt) werden. Eine Terrine zz. Bsp. besteht aus verschieden Einzelteilen wie Korpus, Henkel, Deckel und Knauf. Alle Teile müssen im feuchten Zustand, zügig zusammengesetzt werden und der Porzellanschlicker dient hierbei als eine Art „Kleber“. Danach kann mit Hilfe von Spateln, Pinsel und Schwämmen der Artikel von den Nähten (entstehen durch das zusammensetzen der Einzelteile) befreit werden.

Das zusammensetzen von figürlichem Porzellan nennt man bossieren. Eine Figur kann aus vielen kleinen Einzelteilen bestehen, die exakt bearbeitet und aneinandergefügt werden müssen. Das genaue verarbeiten der Nähte und Kanten ist hierbei besonders wichtig. Auch Ausarbeiten von Gesicht, Fingernagel, Haar oder Gefieder erfordert jahrelange Übung und Fingerspitzengefühl. Hierbei ist höchstes handwerkliches Können unbedingte Voraussetzung. Jahrelange Ausbildung und Berufserfahrung setzt den Grundstein für diese künstlerische Meisterleistung.

Im Anschluss werden die fertigen aber noch rohen und unglasierten Stücke im ersten Brennprozess bei ca. 900°C „verglüht“. Damit wird Feuchtigkeit entzogen und man kann schon eine gewisse Festigkeit spüren. Nach diesem Prozess werden die Artikel in das Glasurbad eingetaucht, gesäubert und für den 2. Brennprozess vorbereitet. Diese Stufe nennt man „Glattbrand“. Nach dem Glattbrennen bei 1400-1500 °C wird die Ware sortiert und für die nächste Veredelungsstufe - die Dekoration, vorbereitet.
